Die Anreise zur Insel Hiddensee kann per Fähre von Schaprode auf der Insel Rügen oder vom Festland von Stralsund aus erfolgen. Wer noch nicht über die große Rügenbrücke gefahren ist, sollte über dieses Bauwerk auf die Insel Rügen fahren und weiter nach Schaprode zum Fährhafen. Hier kann das Auto auf einem großen Parkplatz abgestellt werden und in nicht mal 10 Gehminuten ist der Hafen erreicht. Auf der Überfahrt nach Kloster legt die Fähre je nach Fahrplan einen Zwischenstopp in Inselorten Neuendorf und Vitte ein. Die Fahrt dauert so zwischen 45 min und 90 min. Wer es eiliger hat auf die Insel zu kommen, kann per Telefon versuchen eines der Wassertaxis zu bestellen. Doch die gemütlichere Überfahrt mit der Fähre ist schon ein besonderes Erlebnis, zumindest für mich immer wieder.
Aufbruch zu einem anderen Ufer, eintauchen in eine andere Welt. Erster weite Blick übers Meer, das Licht auf den Wellen, Wind im Gesicht, Geruch von Seewasser, der salzige Geschmack auf den Lippen oder …. einfach nur Inselsehnsucht.
Wer auf der Insel Hiddensee eine Unterkunft sucht kann dies fast nur noch über das Internet tun. Die Reiseveranstalter bieten nur ein geringes Angebote im Katalog an.
Wie mir die Vermieter versicherten werden die Zimmer fast nur noch durch Stammgäste, Empfehlungen und Internetbuchungen belegt.
Verkehrsmittel
Die Insel Hiddensee ist autofrei. Zwischen den Inselorten verkehrt ein Linienbus und wer es gemütlicher möchte nimmt die Pferdekutsche. Hauptverkehrsmittel ist eigentlich das Fahrrad, Verleihstationen gibt es in jedem Ort und teilweise bieten auch die Vermieter Fahrräder als besonderen Service an. Auch einer Benutzung der eigenen zwei Beine steht nichts im Wege. Die Entfernungen zwischen den Orten der Insel sind überschaubar und gut zu schaffen.
Und jeder ist anders.
Schon bei der Überfahrt zur Insel Hiddensee ist der weise Leuchtturm weithin sichtbar und zieht mich magisch an. Noch am Nachmittag meiner Ankunft erkunde ich den Ort Kloster und den Weg zum Leuchtturm Dornbusch. Vom Hafen aus läuft man auf dem Hafenweg bis zu einem Teich. Je nach Jahreszeit könnte ein Schwanenpaar im Schilf sein Gelege haben. Rechts des Teiches führt ein Weg bergauf zum Leuchtturm. Natürlich heißt der Weg auch Leuchturmweg. Nach ca. 1,2 km erreicht man den Inselblick. Schon berühmte und nicht so berühmte Maler/Fotografen haben diese Aussicht über die ganze südliche Insel festgehalten (klare Sicht vorausgesetzt). Weiter geht es durch ein Waldstück und nach 400 m ist auf einer Anhöhe der Leuchtturm von Hiddensee zu sehen. Genau die Ansicht die jeden Reiseführer schmückt. In Natura stellt sich jetzt das Gefühl “angekommen” ein, der Urlaub kann beginnen. [Gesamtstrecke Hafen-Leuchtturm 1,8 km]
Ein ganz besonderes Erlebnis ist die Strand-Wanderung von Kloster zum Enddorn. Vor Beginn sollte man sich auf den Info-Tafeln der Gemeinde informieren ob der Weg freigegeben ist. Nach den Wintermonaten kommt es immer wieder zu Abbrüchen an der Steilküste, dann ist es zu gefährlich bzw. der Weg nicht passierbar. Start ist beim Heimatmuseum in Kloster. Auf alle Fälle ist der Weg bis zum Aufstieg zum Klausner begehbar [ca. 2,1 km], ab da wird es aufgrund der großen Steine schwieriger und ist nur für tritt sichere Läufer geeignet. Immer wieder schauen einzelne Findlinge aus dem Wasser. Wer sich den Weg nicht zutraut kann auch von Kloster nach Grieben zum Enddorn laufen. Ist der Strand erreicht können nach ca. 200m in westliche Richtung die Mehlschwalben in den Steilwänden beobachtet werden und in den Abendstunden ein einmaliges Farbenspiel.
[Kloster-Enddorn 4,5 km + Enddorn-Kloster über Grieben 4 km]
Bilder: Findlinge, Steinstrand, Schattensegeler
Unbedingt ist eine Erkundung der Insel Hiddensee mit dem Hauptverkehrsmittel dem Fahrrad zu empfehlen. Die Wege sind gut ausgebaut und in nicht mal zwei Stunden ist der Weg von Kloster bis zum Leuchtfeuer Gellen zurückgelegt. Von Kloster geht es in südliche Richtung durch Vitte und Neuendorf. Am Ende von Neuendorf beginnt ein kleines Waldstück. Ab hier wird der Weg etwas unwegsamer und die feuhten Stellen sind teilweise mit Stroh abgedeckt. Nach ca. 1,5 km erreicht man das Quermarkenfeuer Gellen. Wer Lust hat kann noch ca. 2 km am Kieferwaldstreifen weiter radeln bis zum Gellen. Hier ist aber Ende, denn das Betreten der Kernzone des Nationalparks ist verboten.
Empfehlenswert ist der Besuch des Gerhard-Hauptmann-Haus, für Fans von Hauptmann ein Muss. Fast alle Zimmer sind zu besichtigen, sogar der Weinkeller. Vor dem Haus erstreckt sich eine wunderschöne Wiese, die im Frühjahr in allen Farben leuchtet. Nach dem Besuch kann man nachempfinden in welch schöner Umgebung dieser Schriftsteller seine Gedanken in Worte formulierte. Auf dem Friedhof von Kloster kann noch das Grab von Gerhart Hauptmann besucht werden.
Auch spricht Kloster den musisch interessierten Besucher an, durch Ausstellungen in Galerien und Veranstaltungen in der Kirche.

Auf der Insel Hiddensee habe ich bisher meinen schönsten Sonnenuntergang gesehen. Da braucht keiner in die Karibik zu fliegen.
Wer mit offenen Augen durch die Natur geht könnte z.B. eine Kreuzotter beim Sonnenbad entdecken, Fischreiher beim Fang beobachten oder am Enddorn die Flugkünsten der Uferschwalben.
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